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Hey, wie kommt es, dass es schon August ist? Zuerst war es elendig lang kalt, keine Lust zum Walken oder Laufen, dann diese Affenhitze und plötzlich ist es August, es regnet ständig und besonders dann, wenn ich mir ganz fest vorgenommen habe, zu laufen. Ja, den wirklichen Ausdauersportler schreckt das Wetter ja eher weniger, aber wenn man/frau gerade anfangen will, gibt es immer wieder die besten Ausreden. Aber das lassen wir hier nicht durchgehen. Für jedes Wetter gibt es den passenden Tipp und für jeden Läufertyp den Ratschlag dazu. Also, weiterlesen!
Laufen bei hoher Luftfeuchtigkeit: Im Sommer gibt es oft Wärmegewitter, bzw. es regnet sehr häufig. Der Regen ist warm, auf den ersten Blick angenehm, aber beim Laufen merkst du, dass es anstrengender ist, als du gedacht hattest. Ein kleiner Trost, soll angeblich schöne Haut machen. So heißt es. Na ja, warum hast du das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen? Zum einen ist weniger Sauerstoff in der Luft – die Luft ist wärmer und hat somit nicht so viele 02-Teile pro Kubikmeter. Reine Chemie. Wenn die Luft wärmer und schwüler ist, kann sie natürlich auch nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen, d. h. du merkst es kaum, wenn du schwitzt, weil die Feuchtigkeit keine Verdunstungskälte produziert. Erst wenn du stehen bleibst, was trinkst und langsam wieder weiterläufst, merkst du die kühlende Wirkung. Aber du kannst natürlich schlecht alle 500 m stehen bleiben und was trinken. Das einzige, das wirklich hilft, ist langsamer walken oder laufen als sonst.
Walken oder Nordic Walking? Was ist jetzt besser für mich? Oft sieht man sie mit den Stöcken umhergehen, und sie tragen selbige mehr als sie damit machen. Böse Zungen behaupten sogar, sie würden die Frösche im Wald aufspießen, um sie später zu verspeisen. Wie jeder weiß, was neu ist, wird oft nachgeahmt (Popstars oder Fußballhelden) und auch oft belächelt (wenn nun Pariser Schick auf Odenwälder Füße trifft). Fakt ist, es ist sehr gesund und verbraucht sehr viele Kalorien. Natürlich ist das Walken an sich auch schon gesund und für jeden geeignet, es ist einfach, du kommst und trägst vielleicht ein Paar Sportschuhe, ein x-beliebiges Freizeithemd und Hose und los geht’s. Wer jedoch die nordische Kombination wählt, sollte absolut die Technik lernen. Nicht einfach die Stöcke günstig einkaufen (da gibt es dann auch keinen Kurs dazu), sondern im Fachhandel, wo dann auch gleich entsprechende Wochenendeinführungen zu Handhabung, Stockeinsatz, etc. angeboten werden. Es ist sehr entspannend für Rücken und Arme, die entsprechende Muskulatur wird gekräftigt. Aufpassen mit den Ellenbogen und Gelenken, langsam beginnen und dann wird es großen Spaß machen.
Hilfe, mein Blutdruck ist zu niedrig. Diese Aussage wird oft belächelt, da der Arzt dir dann sagt, du sollst Sport treiben, dir einen Hund kaufen und nicht so viel rumsitzen, bzw. dir auch noch bescheinigt, dass du so 100 Jahre alt werden kannst, mit dem netten Nachsatz, dass du dich jedoch auch so fühlen wirst. Gerade im Sommer kann dich so ein niedriger Blutdruck auch ganz schön nerven. Du kommst zum Laufen, steigst aus dem Auto und dir ist so ein wenig schwindelig. Außerdem bist du immer saumüde, wenn die anderen einen roten Kopf vor sich her tragen und schon dem Herzinfarkt vom Walken oder Laufen nahe kommen. Du bist eher blässlich, schwitzt auf einmal wie das Tier und frierst am Ende noch, obwohl du noch gar nichts gemacht hast. Es ist klar, um den niedrigen Blutdruck auszugleichen, wird die Herzfrequenz sozusagen als Gegenreaktion urplötzlich beschleunigt. Also, was hilft? Ein Piccolo vor dem Laufen oder ein Gläschen Rotwein? Na ja, vielleicht doch nicht so optimal. Eher dann doch salzreiche Ernährung, also alles, was generell verboten wird, wie Chips, Fleisch, Schinken, Wurst, Käse, Salzstangen; viel Flüssigkeit, Wasser, das auch ausreichend Mineralsalze enthält. Vermeidung von Überlastung (ist immer gut – doch wann weiß ich, ob es Überlastung war? Danach.) Eventuell hilft es dir ja auch, dich vor dem Laufen etwas aufzuwärmen, je heißer, umso langsamer und länger. Als Frau könntest du deinen Eisenspiegel mal testen lassen. Oder die Schilddrüse, wenn gar nichts hilft. Aber bis dahin ist es dann wieder Herbst und dann geht es eh wieder.
Wettkampfvorbereitung: LSL, was ist das? Du läufst 1x langsam, 1x schnell, 1x lang. Ist generell gut, immer mal Abwechslung ins Training zu bringen. Die meisten vergessen jedoch das mit dem langsam laufen. Wenn du einmal die Woche etwas langsamer trainierst, kannst du gut regenerieren und sozusagen Kraft tanken für das nächste Mal, wo du wieder mehr geben kannst. Auch wenn du länger läufst, lieber mal langsamer und schneller im Wechsel, oder mal bergig und das nächste Mal flach, das bringt mehr als jedes Mal dieselbe Strecke und ständig auf die Uhr schauen. Wenn du natürlich dann immer nur noch langsam läufst, wundere dich nicht, dass das schnellere Tempo plötzlich nicht mehr so geht. Naht der Wettkampf, ist das etwas Ausruhen angesagt, was natürlich für den Läufer zur Qual werden kann. Nichts tun und nur warten, bis es soweit ist. Auch da kannst du etwas tun: Atemtraining, Bauchatmung aktivieren, etwas Yoga oder Tai Chi – oder auch nur gemütlich auf dem Sessel sitzen und in die Welt träumen, hilft unter Umständen auch. Nur nicht anfangen, wie wild im Garten oder am Haus zu arbeiten, keine Tätigkeiten, die du sonst nicht machst, sonst holst du dir am Ende kurz vor dem Wettkampf eine Zerrung vom Tapezieren oder ähnlichem.
Laufen am Strand: Sicher hast du es auch schon gesehen, vielleicht auch schon ausprobiert: laufen am Strand, im Sand. Da stellt sich die erste Frage: mit oder ohne Schuhe. Ja, du siehst so ein paar Einheimische ohne Schuhe, Barfuß entlang flitzen. Da denkst du: was die können, das kann ich auch. Und los geht es. Ja, die machen das jeden Tag, wahrscheinlich schon ihr Leben lang, du hast es noch nie ausprobiert. Deshalb Vorsicht: Laufen im Sand erfordert viel mehr Kraft und die Füße müssen daran gewöhnt werden. Wer noch nie Barfuß gelaufen ist, sollte mit kurzen Einheiten beginnen, um das Fußgewölbe, die Sehen und Bänder und die ganze Statik daran zu gewöhnen. Nicht jede Achillessehne mag den Sand wirklich, und was du jetzt gerade nicht brauchst, ist eine Reizung. Läufst du ganz vorn am Wasser, ist der Sand härter und du wirst bald unwillkürlich zum Vorfußläufer, anders geht es fast nicht. Auch das will geübt sein, wenn du sonst fein abrollst, denn die Waden kennen das nicht und sind nicht entsprechend trainiert. Also, probiere es langsam und mach lieber weniger als mehr. Mit Laufschuhen wirst du feststellen, dass du recht schnell sandige Füße bzw. nasse, schwere Schuhe bekommst. Das Panorama eines Sonnenaufgangs oder der Blick übers weite, blaue Meer entschädigt jedoch absolut.
Fazit: Ob ihr jetzt grad in Griechenland mit den einheimischen Hunden um die Wette flitzt, ob ihr in der Wüste das Laufen auf dem Sand ausprobiert, ob ihr spärlich bekleidet durch ein abgelegenes Fischerdorf lauft und alle Blicke auf euch zieht, ganz egal wo auf der Welt ihr seid, laufen und walken verbindet. Und so wünsche ich euch viel Spaß und gute Laune für den kommenden, hoffentlich sonnigen Monat.
Letzte Änderung: 2011-09-08 (Mathias Halbach)