Tipps für das Laufen im August

Hey, die Zeit vergeht wie im Flug. Dieses Jahr hat sich das Wetter auch gehörig geändert, im Juli brauchen wir fast Winterschuhe, im August wird es vielleicht richtig heiß, wie sollen wir da trainieren? Ich sag’s dir: So wie du dich fühlst – wenn es schwül ist, weniger; wenn es kühl ist und du dich gut fühlst, mehr. Und dann ist nicht zu vergessen: Mehr ist manchmal weniger.

Training und Übertraining: Wie Übertraining, was ist denn das? Nie gehört! Sei froh. Das ist der super-begeisterte Athlet, der (die) vor lauter Begeisterung jeden Tag irrsinnige Strecken läuft und für nichts anderes als Laufen Interesse hat, geschweige denn, es bis zu den Abendnachrichten im Fernsehen schafft, denn diese Spezies ist vorher schon eingeschlafen. Schnarch, schnarch ... Aber mal im Ernst, wenn du dich ständig schlapp fühlst, keine wirkliche Lust zum Training hast aber trotzdem gehst, dich quälst und du wirst immer langsamer könnte ein zu viel an Belastung dahinter stecken. Versuche einfach mal einen Lauf ausfallen zu lassen, reduziere Umfang und Intensität, und dann wirst du sehen geht es gleich wieder besser. Nicht jedes Jahr und jede Zeit sind gleich, wenn du zum Beispiel letztes Jahr auch so trainiert hast, kann es sein, dass es für das letzte Jahr optimal war, für dieses Jahr, weil du mehr ausgelaugt oder anderweitig beschäftigt bist, zu viel ist. Auch mehr Stress kann zu Überlastung führen, nicht der kleine Streit gerade eben im Büro, sondern so ein latent ansteigender Dauerstress, der dich hindert, mal inne zu halten und nachzudenken, ob du das alles so auch willst. Der macht langsam und müde.

Essen oder doch nicht? Overeaters anonymous und Magersüchtige, ein heißes Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird. Gibt es die beim Laufen überhaupt? Kann ich laufen, wenn ich nicht ausreichend gegessen habe? Die normalen sagen nein, das geht natürlich gar nicht, diejenigen, die ein Problem haben, werden vielleicht nicht die optimale Leistung bringen, nehmen jedoch stetig dabei ab, was ja das Uransinnen war. Natürlich sind nicht alle, die sehr schlank sind, gleich magersüchtig, so wie die Muttis unter uns das manchmal besorgt denken, vielleicht eher ein wenig süchtig nach Bestätigung und Anerkennung. Doch sind wir das nicht alle? Was die Motivation für das Laufen anbetrifft, so können wir natürlich nicht in die Menschen reinschauen, doch wenn jemand 100 km gelaufen ist, und das auch noch freiwillig, Geld dafür bezahlt hat und ein sehr langes, anstrengendes Training dafür in Kauf genommen hat, der hat auch seinen oder ihren Traum verwirklicht, und das finde ich wieder Klasse. Absolut unmöglich finde ich, dass dieser Typ dann aber noch drei Steaks auf der Grillparty verschlingen kann – mit zwei Stücken Sahnetorte zum Nachtische – und rappelig dürr ist. Das geht nun doch zu weit! Gehe einfach mal zum Laufen und du wirst schon sehen, wie das mit dem Gewicht und dem Essen ist.

Trainingsprojekt Halbmarathon in 6 Wochen: Ja, fast die Hälfte der Zeit ist schon um, trainiert habe ich noch nicht so nennenswert, deshalb habe ich mein Training jetzt angepasst. Ich laufe wie immer, samstags ein wenig länger und wenn ich es packe, packe ich es. Und wenn ich keine Lust habe, lasse ich es sein. Versuche drei Mal pro Woche zu laufen, zwischen 30 bis 50 km die Woche. Ausdauermäsig bin ich da gut unterwegs. Nur mit der Schnelligkeit, da hapert es noch ein wenig. Kann man einen HM auch gemütlich laufen? Ob das geht, das ist die Frage. In der Theorie schon, in der Praxis ... wir werden sehen. Der Koberstädter HM Ende August rückt näher, die Form hat sich leicht verbessert. Diejenigen unter euch, die für Darmstadt trainieren, haben ja noch etwas mehr Zeit.

Schuhtest: Getestet wurden die folgenden Damenlaufschuhe: der Biom von Ecco, der DS Trainer von Asics, der Adrenalin von Brooks und der superleichte Kinvara 2 von Saucony. Getragen wurden alle, ohne weitere Vorbereitung in 90-Minuten-Einheiten, nicht immer und wirklich zu empfehlen, aber sie haben sich so gut angefühlt, dass es sein musste. Wie sich herausstellte, drückten nur die eigenen Einlagen in den meisten Fällen, die Schuhe überzeugten alle, wenn auch in unterschiedlichen Aspekten. Der stabilste, wenn mag es wundern, ist der Brooks. Ein solider Schuh, großer Tragekomfort und sehr gute Dämpfung, was ihn zu einem hervorragenden Trainingsschuh für alle Tage macht. Der Asics, als Wettkampfschuh gepriesen, erwies sich als sehr leicht und wendig, wenig Dämpfung, der Fuß wird gut stabilisiert und geführt. Der Biom ist ein ganz anderer Schuh, ohne viel Dämpfung und Schnick-Schnack, sehr gefällig in weißem Leder, extrem leicht und mit einem ganz anderen Abrollverhalten als alle anderen. Sieht super aus, kann auch als Sneaker oder Freizeitschuh durchgehen. Ganz besonders begeistert hat mich, dass ich ihn im Matsch lief und es keine oder kaum Anhaftungen gab, der Schuh sah nachher immer noch so gut aus wie vorher. Der Biom ist besonders schnell auf der Straße, wofür er laut Hersteller auch mehr oder weniger gedacht ist. Keine Probleme trotz sehr direkten Laufens. Der Hersteller liefert eine Anleitung mit, wie der Schuh eingelaufen werden soll. Sicher sehr nützlich für den Anfänger. Und zu guter Letzt der Saucony, ganze 150 g leicht, mehr Wettkampf geht nicht. Der Hersteller empfiehlt ihn übrigens als Zweitschuh, was auch immer das heißen mag. Das Obermaterial ist recht dünn und bestens für den Sommer geeignet, man läuft sehr direkt, eher auf dem Vor- oder Mittelfuß aufsetzend, jedoch merkwürdigerweise ohne Probleme. Es ist, als ob man schwebt. Die Muskeln merkst du natürlich nach einiger Zeit dann schon, insbesonders wenn du schneller als gewöhnlich läufst. Insgesamt gesehen: alles sehr gute und empfehlenswerte Laufschuhe, nur laufen musst du dann halt noch selbst.

Fußmuskulatur stärken: Barfuß laufen oder doch lieber Wackelbrett, was ist besser? Ich wäre für das Wackelbrett, insbesondere im Wald. Es soll vor Schienbeinschmerzen vorbeugen und gut sein gegen Achillessehnenbeschwerden. Einfach auf das Wackelbrett stellen und kreisen, durch Gewichtsverlagerung. Ist auch gut für die Körperbalance und Haltung insgesamt. Oder du versuchst mit den Zehen ein Handtuch oder einen kleinen Gegenstand wie z. B. Würfel oder einen Stift zu greifen, Barfuß natürlich. Auf einem Bein nach vorn hüpfen würde ich dir nur empfehlen, wenn du nicht gerade in den Fernseher oder die Stereoanlage rein hüpfst, es ist lustig, die Belastung würde ich jedoch nicht unterschätzen. Ganz mutige wurden auch schon joggend in den Zehenschuhen gesehen, nur für Naturmenschen, da bin ich absolut sicher.

Fazit: Ob du dich durch Wettkämpfe und Ansporn dazu, coole Schuhe oder Freunde und Bekannte motivierst, zum Laufen zu kommen spielt eigentlich keine Rolle. Mach es, laufe oder walke und lass dich nicht abbringen, denn die gute Laune beim Sport und danach ist dir gewiss.

05.08.11 Veronika 555

Letzte Änderung: 2011-09-08 (Mathias Halbach)