Tipps für das Laufen im März
So untypisch wie der Februar war, zeigt sich jetzt auch der März. Es
schneit, es stürmt, es hagelt, und plötzlich scheint wieder die Sonne und
alles scheint wie vergessen. Alles?
- Sei immer bedacht, wenn du im Wald läufst. Bäume können noch bis zu
einer Woche nach einem Sturm umfallen. Manchmal ist die Wurzel nicht mehr
genug im Erdreich verankert, die Bäume knicken erst nach dem Sturm ein.
Krieche möglichst nicht unter herumliegenden Bäumen durch, versichere dich,
dass sie fest sind und nicht herunterbrechen können. Laufe lieber außen
herum. Ein kleiner Umweg und 5 Minuten zu spät zurück ist nicht so schlimm
wie ein gebrochener Knochen, weil der Baum sich bewegt hat. Denn dann hast
du plötzlich wieder viel Zeit.
- Oft hört man
diese Weicheier
haben den Lauftreff abgesagt, wir
laufen trotzdem! Auf eigene Gefahr, und wenn schon, das ganze Leben
ist gefährlich.
Cool gedacht, aber so ein runterbrechender Ast hat schon
manchen Läufer 6 bis 12 Monate außer Gefecht gesetzt. Deshalb denke immer
lieber mal selbst nach, bevor du den anderen hinterherläufst, die sich den
Empfehlungen widersetzen, weil das Wetter doch schon besser ist
. Ein
Sturm kann auch wieder aufflammen und was machst du, wenn du Mitten im Wald
am weit entferntesten Punkt bist und es wieder stürmt und die Bäume zu
fallen beginnen? Genau: cool auf besseres Wetter warten
oder außen
rum? Dann kann sich die Laufstrecke doch erheblich verlängern.
- Für die Marathonies und Wettkampfbegeisterten ist März übrigens ein
guter Monat mit dem Marathon- oder Wettkampftraining wieder zu
beginnen. Die dunklen Monate sind vorbei, man kann – falls es gerade
nicht stürmt – schon mal den einen oder anderen längeren Lauf machen
und sich auf die Saison vorbereiten. Auch wer dieses Jahr im
Darmstadt-Marathon seinen ersten Marathon laufen will, sollte so langsam mit
den Vorbereitungen und Erstellen eines Trainingsplans beginnen. Sicher, es
sind noch 6 Monate, aber die gehen schnell vorbei. Wer langsam beginnt,
braucht hinterher nicht so viel Gas zu geben. Suche dir Gleichgesinnte, das
ist wichtig und stärkt die Moral. Wenn es noch Leute sind, die selbst schon
in Wettkämpfen gelaufen sind, um so besser. Und denke bei deinem
Marathon-Training immer daran, auch Entspannungstage und -Aktivitäten
einzuplanen, d. h. mal Schwimmen zu gehen, mal Rad zu fahren, zum
Tanzen, in die Sauna oder was auch immer dir Spaß macht. Laufe nicht zu viel
und nicht zu wenig, laufe nicht zu schnell, wechsel immer ab. Wenn es dir
langweilig wird, ändere deinen Plan. Mache mal einen Steigerungslauf, mal
lange langsame Läufe, mal kurze schnelle, und dann auch wieder ganz
gemütlich in deiner Lieblingsgruppe beim Lauftreff. Die meisten
Gruppenleiter sind übrigens auch selbst schon in Wettkämpfen gelaufen, du
kannst sie durchaus ansprechen und fragen.
- Was für den Wettkämpfer gilt, ist natürlich auch für den
normalen
Freizeitläufer zutreffend. Laufe so, wie du heute Lust und Zeit hast
und wie es dir bekommt. Und ganz wichtig: Nicht immer dieselbe Gruppe.
Wechsle ab, laufe mal eine Gruppe höher, dann wieder eine Gruppe niedriger.
Du wirst sehen, wieviel Kraft du plötzlich hast, wenn du dann wieder
schneller läufst. Wenn du allerdings nur alle 3 bis 4 Wochen mal
vorbeikommst, ist es nicht so effektiv. Manchmal hast du halt einen
Durchhänger, hast keine Lust, so allein und überhaupt, zum Lauftreff zu
kommen. Animiere ein paar Freunde oder Freundinnen, vielen hilft die feste
Verabredung, die gemeinsame Fahrt zum Treffpunkt, wenn der innere
Schweinehund sagt, es möchte jetzt aber lieber auf der Couch liegen. Oft,
wenn ich noch so überlege, ob ich heute gehen möchte, schaue ich aus dem
Fenster, sehe jemanden zum Treffpunkt laufen, und dann steigt die Motivation
plötzlich wieder.
- Noch ein Wort zu Streching und Gymnastik: Viele sagen vor dem
Laufen, andere sagen nach dem Laufen, wieder andere meinen überhaupt
nicht. Mache, was dir gut tut. Vor dem Laufen strechen birgt die Gefahr
eines Sehnenrisses, also vorher nur ganz piano. Direkt nach der sportlichen
Aktivität ist der Muskel gut durchblutet, also auch nicht ideal. So eine
halbe Stunde nach dem Sport gilt generell als günstig, da hat sich der
Muskel beruhigt, ist aber noch nicht ganz abgekühlt und inaktiv. Oder mache
ein wenig Gymnastik für Rücken und Bauch inklusive Streching einfach an
einem anderen Tag.
- Doch jetzt genug der Warnungen und Ratschläge: März im Allgemeinen
ist eine gute Zeit für die Winterlaufmuffel, wieder einzusteigen.
Gib dir einen Ruck und komm einfach vorbei! Laufen in der Gruppe ist nicht
dein Ding? Hast du es schon ausprobiert? Laufen kostet (fast) nichts, du
brauchst nur ein Paar Laufschuhe, Lauf-Hemd und Hose und schon kann es
losgehen. Keine Vereinszugehörigkeit, keine finanziellen Verpflichtungen,
keine endlosen Abende in der Kneipe nach dem Sport – du kommst einfach und
läufst. Du brauchst noch nicht einmal Vorbereitung, wie beim Schifahren oder
Snowboarden. Einfach ausprobieren.

Also: Wer zum Lauftreff kommt, ist da – und läuft oder walkt. Oder
mit den Worten eines bekannten Laufbekleidungsherstellers: Just do it!
08.03.08 Veronika
Letzte Änderung:
2011-09-08
(Mathias Halbach)